Burnout - ausgebrannt sein

Wenn man von Burnout spricht, dann meint man einen chronischen Erschöpfungszustand mit einem Krankheitsgefühl, welches die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt und oft ganz aussetzt. Burnout kann ganz unterschiedliche Krankheitssymptome hervor rufen. Klassischerweise stehen eine grosse Erschöpfung und eine verminderte Leistungsfähigkeit im Vordergrund. Depressive Verstimmung sowie psychosomatische Symptome, die man im Zusammenhang mit Stress kennt wie z. B. Verdauungsstörungen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen ...sind auch häufig.

Eine Diagnose Burnout zu stellen ist oft schwierig, weil die Abgrenzung zu andern Krankheiten nicht immer einfach ist.Wenn mich der gewöhnliche Alltag schafft, die üblichen Anforderungen meine Kräfte übersteigen, wenn ich mich dauernd gestresst fühle und mich auch in der Freizeit nicht mehr entspannen kann, und wenn ich das Gefühl habe, nur noch funktionieren zu müssen, dann ist es höchste Zeit abzuklären, ob sich bei mir nicht schon ein Burnout eingeschlichen hat.

Der Begriff Burnout stammt von Freudenberger, einem amerikanischen Psychoanalytiker.  Damals hatte er dieses Phänomen bei besonders engagierten, hochmotivierten, aufopferungsvollen und pflichtbewussten Mitarbeitern alternativer Drogeneinrichtungen entdeckt.

Lange hat man Burnout bei Personen in sozialen Berufen gefunden. In diesem Zusammenhang spielt das Ausbeutungs-Gefühl sowie das Sisiphus-Gefühl bei den Dienstleistenden eine wichtige Rolle. Inbalancen in Bezug auf Geben und Nehmen sowie in Bezug auf Können (Kompetenzen, Ressourcen) und Sollen (Erwartungshaltungen, Ansprüche, überhöhte Ziele) führen zu einem schädigenden Ressourcenverschleiss.

Wann und wo tritt das Phänomen «Burnout» auf?

Heute findet man das Phänomen Burnout immer noch im sozialen Bereich, aber auch in andern Branchen und auf jeder Hierarchiestufe, allerdings da gehäuft, wo ein oder mehrere folgender Bedingungen erfüllt sind:

  • berufliche Tätigkeit mit hoher Verantwortung und hohem Zeit- und oder Leistungsdruck (z. B. Führungspersonen)
  • wachsende Komplexität und Unüberschaubarkeit von Abläufen
  • unpersönliches, intrigenhaftes oder sonst bedrückendes Arbeitsklima
  • berufliche Tätigkeit mit hohem Stressanteil (z. B. Sozialpädagogen/innen)
  • berufliche Tätigkeit mit hohem Gefahrenpotential (z. B. Polizei)
  • berufliche Tätigkeit, bei der die Wirkung der eigenen Handelns unklar oder schwer erkennbar ist (z. B. Rehabilitation von Süchtigen)
  • berufliche Tätigkeit im sozialen, helfenden Bereich (z. B. Pflegende)
  • berufliche Tätigkeit, die einen hohen Einsatz fordert und wenig Anerkennung einbringt (z. B. Lehrpersonen)
  • berufliche Tätigkeit ist gekoppelt mit dem Existenzdruck (z. B. Selbstständigerwerbende, MA auf Provisionsbasis angestellt, Change-Prozesse mit der Gefahr die Stelle zu verlieren)
  • Situation im Unternehmen ist über längere Zeit instabil, ständig neue Veränderungen, Mitarbeiter verlieren die Orientierung und die Zuversicht

In Bezug auf die Persönlichkeit gibt es Personen mit erhöhter Burnout-Disposition

  • Personen, die sich überdurchschnittlich oder gar übermässig einsetzen
  • Personen, die aus der Arbeit sehr viel für ihren Selbstwert ziehen
  • Personen, die sich zu wenig abgrenzen oder nein sagen können
  • Perfektionisten/innen und Personen, die sehr hohe Ansprüche an sich selber stellen
  • Personen, die gemessen an den beruflichen Erlebenswelten über ungenügende Verarbeitungstechniken verfügen
  • Personen, die gleichzeitig privat unter Druck oder in einer wichtigen Veränderung stehen
  • Personen zwischen 40 und 60 Jahren
  • Personen, die wenig Alternativen zum aktuellen Job sehen oder haben
  • Personen, deren Berufszufriedenheit geschwunden ist
  • Personen, die stark nach sozialer Anerkennung streben

Erste Anzeichen und Symptome

Burnout zeigt sich oft als erstes durch emotionale und physische Erschöpfung aufgrund von andauernder (tatsächlicher oder subjektiv empfundener) Überanstrengung und Überforderung der eigenen Kräfte. Das Gefühl, ausgelaugt und leer zu sein, beherrscht alles. Die einfachsten Dinge werden dann plötzlich zur grossen Belastung. Äusserlich betrachtet macht sich bisweilen eine grosse Gleichgültigkeit den Menschen und Aufträgen gegenüber bemerkbar, die aber eigentlich nicht zum Charakter der betroffenen Person passt.

Vor dieser allgemeinen und anhaltenden Erschöpfung könnte man meistens frühe Warnzeichen erkennen und z. B. in einem Standort- oder Qualifikationsgespräch auch befragen:

  • Sind Sie nach einem Arbeitstag viel erschöpfter als früher?
  • Tragen Sie am nächsten Tag noch Restmüdigkeit vom Vortag mit herum?
  • Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Muskeln an Kraft verloren haben?
  • Können Sie sich übers Wochenende nicht vollständig von der Arbeit erholen?
  • Haben Sie mehr Mühe sich zu konzentrieren als früher?
  • Sind Sie vergesslicher geworden?
  • Sind Sie anfälliger für Krankheiten als früher?

Phasen der Burnout-Entwicklung 

Enthusiasmus: übermässiges Engagement, Beruf ist wichtigster Lebensinhalt, grosser Einsatz ohne entsprechende Wertschätzung, eigene Bedürfnisse werden hintenan gestellt, Überarbeitung, Ressourcenverschleiss

Reduziertes Engagement: Rückzug, Desinteresse, Verlust der positiven Gefühle gegenüber der Arbeit, Vernachlässigung der Arbeit, Ausgenützt-Werden-Gefühle, Vermeidung von Kontakten, Forderungen an Umwelt

Frustration: Desillusionieren, Verlust von Idealen und Lebenszielen, Schuldzuweisungen, Schuldgefühle, reduziertes Selbstwertgefühl, emotionale Instabilität

Reduktion der Arbeitsleistung: Desorganisation, verringerte kognitive Leistungsfähigkeit, Motivationsverlust, Dienst nach Vorschrift

Gleichgültigkeit, Desinteresse: auf eigene Person konzentriert, Mühe mit sozialen Kontakten, starke Bindung an eine einzige Person, Konflikte, Verlust der Lebensfreude, Hoffnungslosigkeit

Psychosomatische Reaktionen: gehäufte Infektionen, Verspannungen, Schlafstörungen, Verdauungsstörungen

Verzweiflung: Opfergefühl, Hilflosigkeit, Schuldzuweisung, Auswegslosigkeit

Ausweg: Coaching, Therapie oder Beratung

Wenn ein Burnout so manifestiert ist, dass die betreffende Person nicht mehr (voll) arbeiten kann, dann ist professionelle Hilfe unumgänglich. In einer solchen Beratung müssen folgende Themen bearbeitet werden: 

  • Standortbestimmung: eigene Situation einschätzen, Möglichkeiten, Grenzen, eigene Anteile
  • Stressmanagement, Verarbeitungstechniken, Entspannungstechniken
  • Belastungsfaktoren und Stressoren erkennen und minimieren
  • Strategien zur Problemlösung
  • Psychohygiene, Sorge um sich selbst

Aus der Sicht der persönlichen Gesundheitsvorsorge

Wenn Erschöpfung heute zu den häufigsten Krankheitssymptomen des Menschen zählt (Studien sagen, dass 20-40% der Arbeitstätigen über Erschöpfung, Müdigkeit, Abgespanntheit klagen), dann dürfte dieses Phänomen noch weitere Fragen aufwerfen. Hohe und langandauernde Überbeanspruchung des Nervensystems schädigt dieses irgendwann. Die Frage ist, wann merken wir, dass unser biologisches System Schaden nimmt, und wann erkennen wir mögliche Zusammenhänge? 

Aus der Hirnforschung wissen wir, dass die psychische Befindlichkeit des Menschen entscheidend mit dem Hirnstoffwechsel zusammen hängt. Auch wissen wir, dass anhaltender Stress diesen Hirnstoffwechsel stark beeinträchtigt, bzw. verstört.

Wenn ständig Stresshormone ausgeschüttet werden, dann haben wir im Gehirn anhaltenden Alarmzustand, das Gehirn ist also quasi dauernd in einer Über-Erregung. Das kann einerseits den Hirnstoffwechsel so verändern, dass die Denk- und Gedächtnis-Leistungen enorm beeinträchtigt werden und andererseits, dass die psychische Befindlichkeit völlig abdriftet.

So stellt man im Zusammenhang mit Burnout immer wieder Anfälligkeit für Stimmungsschwankungen, Gereiztheit, Aggression, depressive Gefühle und auch Depressionen fest. Andauernde Stress-Situationen und Burnout führen zu einem übermässigen Abbau von Vitalstoffen.

Wer sich in anhaltenden Stresssituationen befindet tut gut daran, den Körper (Immunsystem, Kräftigung) und dem Gehirn (Regulation und Normalisierung des Hirnstoffwechsels) mit natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln (Vitamine, Spurenelemente, Mineralien, Vitalstoffe auf pflanzlicher Basis) zu unterstützen. 

Wissenschaftler konnten aufzeigen, dass in Stresssituationen der Pegel von Magnesium, Coenzym Q10, Vitamin C und E sinken. Aus diesem Grund lohnt es sich, bestimmte Vitamine und Mineralstoffe in Form von Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen, bzw. deren Zufuhr zu sichern: 

  • Magnesium, das Antistress-Mineral
  • Calcium als Nervenstärkung
  • Vitamin B Komplex für Stress-Wirkungs-Reduktion
  • Vit. C und E
  • Q10

Aus der Pflanzenheilkunde kennen wir weitere Möglichkeiten, die Effekte von Burnout zu mildern

  • Gingseng (Pnaax Ginseng) als Energiequelle für den Körper und v. a. fürs Gehirn, wirkt Stress entgegen, stärkt und kräftigt bei Müdigkeits- und Schwächegefühl
  • Johanniskraut als Stimmungsregulator
  • Omega-3 Fettsäuren für den Hirnstoffwechsel und die Immunregulanz

Résumée

Burnout ist ein Phänomen, welches klassischerweise im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit entsteht und sich als erstes durch eine extrem grosse Erschöpfung mit Unvermögen zu arbeiten auszeichnet. Es gibt Arbeitssituationen, die

Burnout fördern und es gibt Menschen, die mehr als andere gefährdet sind, in ein Burnout zu laufen. Burnout kommt nicht über Nacht, doch werden die Anzeichen oft zu spät beachtet und ernst genommen. Irgendwann dann klappen die Systeme quasi zusammen.

Wer sich in anhaltenden Stresssituationen befindet oder gar unter Stresssymptomen leidet, wer bei sich frühe Anzeichen von Burnout beobachten kann oder gar ein ausgestaltetes Burnout hat tut gut daran, auf der einen Seite die Situation mit einer Fachperson zu analysieren und nach Auswegen zu suchen und andererseits den Körper mit entsprechenden natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln in der Bewältigung zu unterstützen.   

Esther Lauper

Esther Lauper

Esther Lauper ist renommierte Expertin im Bereich Organisationentwicklung.

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