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Mobbing (aus dem
Englischen „to mob“ = anpöbeln, schikanieren) bedeutet, dass eine
Person oder eine Gruppe am Arbeitsplatz von gleichgestellten,
vorgesetzten oder untergebenen Mitarbeitenden schikaniert, belästigt,
beleidigt, ausgegrenzt oder mit kränkenden Arbeitsaufgaben bedacht
wird. Die gemobbten Personen geraten durch die Gruppendynamik (oder
durch das Machtgefälle) in eine unterlegene Position, aus der sie
alleine nicht mehr herausfinden können. Sie werden durch das System in
dieser Rolle fixiert, was zu entsprechenden Opfer-Gefühlen und
Opfer-Haltungen führt.
Bei allgemeiner
Unzufriedenheit der Mitarbeitenden, wenn Konflikte nicht gelöst
werden, bei Fusionen und Umstrukturierungen und immer dann, wenn am
Arbeitsplatz der Druck zu nimmt, tritt Mobbing häufiger auf. Mobbing
existiert jedoch nicht nur in der Arbeitswelt, sondern geschieht auch
im Bildungsbereich, in Freizeit-Institutionen (z. B. Vereinen), in der
Nachbarschaft oder innerhalb von Familien und Sippen.
Der Zeitfaktor spielt
insofern ein Rolle, als man per Definition nur dann von Mobbing
spricht, wenn Mobbing-Handlungen systematisch, häufig und wiederholt
auftreten und sich über einen längeren Zeitraum erstrecken.
Die Definition von Leymann
(Mobbing ist nur gegeben, wenn die Mobbing-Handlungen mindestens
einmal pro Woche statt finden und mindestens ein halbes Jahr lang
andauern)wird heute noch oft zur Diagnose und bei Gerichts-Ptozessen
beigezogen.
Aus aktueller Sicht
beachtet man aber vor allem die Systematik der Übergriffe (Mobbing-Handlungen),
die Aberkennung der Zugehörigkeit und die Intension der Mobbenden,
dass der/die Gemobbte das System verlassen soll. Da wir bei
Mobbing-Dynamiken von Wahrnehmungs-Defiziten und
Wahrnehmungs-Unterschieden ausgehen müssen (das bestätigt auch die
Mobbing-Studie des seco 2002: fast 70% der Gemobbten haben im
Zeitpunkt der Befragung noch nicht gemerkt, dass sie gemäss
Leymann-Definition seit einem halben Jahr gemobbt werden!), kann der
Anfang vom Mobbing oft nicht mehr genau eruiert werden. Zudem ist die
Beweisbarkeit von Mobbinghandlungen zuweilen schwierig, da sie oft
subtil, knapp neben dem 'Üblichen' geschehen und schwer zuzuordnen
sind.
Einmalige Vorfälle sind so
oder so kein Mobbing. Auch kann man nicht von Mobbing sprechen, wenn
zwei etwa gleich starke Parteien in Konflikt geraten und diesen nicht
lösen können.
Mobbing-Dynamik
1. Phase: Schlechte Konfliktbewältigung
Am Anfang eines Mobbing-Prozesses steht gemäss Leymann (1995) oft ein
unausgetragener Konflikt, der mit der Zeit am Arbeitsplatz
unterschwellig weiter wirkt und das Klima vergiftet. Allgemein
herrscht eine aggressivere, gereizte Stimmung unter den
Mitarbeitenden, es wird aber - zum Teil aus Angst - nichts dagegen
unternommen.
2. Phase: Feindseligkeiten
Spitze Bemerkungen und Gehässigkeiten gegenüber bestimmten Personen
sind gemäss dem Sündenbock-Phänomen die Folge. Es entsteht ein
Ungleichgewicht. Die Feindseligkeiten nehmen zu und richten sich
gezielt gegen eine bestimmte Person oder Gruppe. Der ursprüngliche
Konflikt tritt dabei in den Hintergrund. Es kommt zur Polarisierung in
eine „Opferrolle“ und eine „Täterrolle“. Auch bilden sich „Mythen“
über die betroffene Person (z. B.: „Wenn Frau K nicht im Team wäre,
könnten wir viel schneller arbeiten“).
3. Phase: Rechts- und
Machtübergriffe
Mit der gemobbten Person will jetzt niemand mehr zusammenarbeiten. Sie
wird nicht mehr akzeptiert und respektiert. Dadurch wird sie zusehends
unsicher, macht Fehler und fällt auf. Ihr schlechtes Befinden, das
erst durch Mobbing entstanden ist, dient zur Rechtfertigung weiter
gehender Ausgrenzungs-Akte. Der reguläre Arbeitsablauf wird gestört,
sodass der Betrieb die Gemobbten zunehmend als lästig empfindet. Es
wird ihnen nahe gelegt zu kündigen. Der Gesamtzustand des
Mobbing-Opfers, hervorgerufen u. a. durch die soziale Isolation und
die Zurückweisungen, verschlechtert sich weiter bis hin zu schweren
Erkrankungen.
4. Phase: Ärztliche und
psychologische Fehldiagnosen
Nach Resch (1994) verfügen viele ärztliche und psychologische
Fachleute nur über geringe Kenntnis der Arbeitswelt. Deswegen können
sie oft nicht verstehen, wie jemand an Problemen am Arbeitsplatz
erkranken kann. Die Folge davon sind Diagnosen wie
„Kindheits-Neurose“, „Wechseljahr-Depression“ und Ähnliches. Die
Betroffenen machen dabei die Erfahrung, dass von dieser Seite auch
keine Hilfe kommt.
5. Phase: Ausschluss aus
der Arbeitswelt
Am Ende eines Mobbing-Prozesses steht der Ausschluss der Betroffenen
aus der Arbeitswelt in Form von langfristiger Krankschreibung,
Frührente oder Kündigung. Im Extremfall versuchen sie ihre Konflikte
am Arbeitsplatz mit (Waffen-) Gewalt zu lösen oder Selbstmord zu
begehen.
Werthaltungen und
Mobbing
In den westlichen Kulturen vollzog sich in den letzten Jahrzehnten ein
nachhaltiger Wertewandel, der die gesamte Gesellschaft erfasst hat.
Die Globalisierung schürt Existenz-Ängste (Arbeitsplatzverlust) und
verunsichert ganz allgemein. Alte Werte wurden über Bord geworfen. Als
Richtschnur dient heute kaum mehr Solidarität, sondern persönliches
Fortkommen und Eigennutz.
Heute wollen Mitarbeitende
einerseits mitreden und mitentscheiden, andrerseits ist aber ihre
Bereitschaft gesunken, Verantwortung und Konsequenzen (mitzu-) tragen.
Dies schafft mancherorts neue Probleme, vor allem auch dann, wenn die
Entscheidungsbefugnisse und Informationswege zu wenig klar sind.
Immer mehr Vorgesetzte
fühlen sich verunsichert. Wann sollen sie ihre eigentliche
Führungsaufgabe wahrnehmen und allenfalls auch unbequeme Entscheide
fällen, und bei welchen Entscheidungen ist eine Mitsprache der
Mitarbeitenden sinnvoll? Sobald ein Machtvakuum entsteht, nützen
Einzelne oder bestimmte Gruppen diese Situation aus und streben selbst
nach mehr Macht. Das kann der Anfang von Grenzüberschreitungen,
Machtmissbrauch und Mobbing sein.
Was ist psychosozialer Stress?
Unter
„psychosozialem Stress“ versteht man ein
Ungleichgewicht von belastenden Faktoren (z. B. destruktiv
ausgetragene Konflikte) und entlastenden Momenten (z. B. positive
emotionale Erlebnisse, gute Gespräche). Wird die Grenze der
Belastbarkeit überschritten, entsteht Stress, der zu verschiedenen
psychischen und physischen Störungen führen kann.
Unter
„Psychoterror“ versteht man eine „Methode, einen Gegner
mit psychologischen Mitteln (wie z. B. Verunsicherung, Bedrohung)
einzuschüchtern und gefügig zu machen“ (Duden: Das Fremdwörterbuch,
Zürich, Dudenverlag, 1997, Band 5, S. 671). Die beteiligten Personen
zielen darauf ab, die Gegenpartei zu erniedrigen, ihr zu schaden, sie
zu besiegen oder zu vertreiben. Zurück bleiben Angst, Ärger, Hass,
Wut oder Zorn. Solche Gefühle bilden einen idealen Nährboden für
weitere Mobbing-Handlungen.
Auswirkungen
von psychosozialem Stress und Mobbing
Individuelle Ebene:
Für alle Beteiligten entsteht ein erheblicher Schaden. Psychosozialer
Stress und Mobbing wirken sich sowohl auf die betroffene Person oder
Gruppe als auch auf den Betrieb wirtschaftlich negativ aus und schwächen
überdies längerfristig die innerbetriebliche Organisation. Beide
Erscheinungen können Krankheiten verursachen und die Arbeitsleistung
herabsetzen. Die Betroffenen leiden unter deutlich erhöhter
Gereiztheit, Schuldgefühlen, Isolation, psychosomatischen
Beschwerden, Schlafstörungen, Depressionen (z. T. mit
Suizid-Gedanken), Burn-out-Symptomen und einem geringeren
Selbstwertgefühl im Vergleich zu Kontrollgruppen mit gutem
Arbeitsklima. Ferner können generalisierte Angstzustände, Persönlichkeitsveränderungen,
stoff- und nichtstoffgebundene Abhängigkeiten (Süchte) oder das
Posttraumatische Belastungssyndrom auftreten. Ca. 10-20% der
Betroffenen begehen Selbstmordversuche.
Betriebs-Ebene:
Der wirtschaftliche Schaden für den einzelnen Betrieb ist hoch.
Gestresste Personen produzieren viel mehr Fehler, die Unfallrate
steigt, es gibt mehr Absenzen wegen Krankheit, die Konzentration der
Betroffenen lässt nach und die Produktion sinkt.
Innere
Kündigungen und das Burn-out-Syndrom beeinträchtigen nicht nur die
Arbeitsleistung von Einzelnen, sondern sie wirken sich oft auch auf
das ganze Team leistungsmindernd aus. Das gesamte Betriebsklima kann
angesteckt werden. Dies bewirkt meist erhöhte Personalfluktuation.
Die Betriebskosten steigen und Know-how geht verloren. Man schätzt
den betriebswirtschaftlichen Schaden eines einzigen Mobbingfalles auf
Fr. 40'000.- bis Fr. 400'000.-, oft wird auch von einem Jahressalär
gesprochen. Letztlich resultieren somit auf Betriebsebene eindeutige
Wettbewerbs-Nachteile.
Gesellschaftliche
Ebene:
Die Folgen für die Gesellschaft sind erhöhte Ausgaben der Unfall-,
Kranken-, Arbeitslosen- und IV-Versicherungen, eine Minderung des
Bruttosozialproduktes und eine grössere Anzahl von psychisch stark
belasteten Mitmenschen. Man rechnet damit, dass jede zehnte Person
einmal im Leben Opfer von Mobbing wird. Die Abnahme der Solidarität,
zunehmende Gleichgültigkeit und eine Verrohung im
zwischenmenschlichen Umgang fördern diesen Umstand. Aufgrund der
Ungerechtigkeiten verlieren viele Betroffene ihr Vertrauen zum
Rechtsstaat.
Folgen
und Auswirkungen von Mobbing und psychosozialem Stress
Beeinträchtigung
der Gesundheit im Arbeitskontext
Früher
hat man in der arbeitswissenschaftlichen Forschung hauptsächlich
ergonomische und physische Aspekte als Erklärungsmodelle für eine
Beeinträchtigung der Gesundheit des arbeitenden Menschen
herangezogen. Auch versuchte man fast ausschliesslich intrapsychische
Prozesse für die Entstehung psychosomatischer Erkrankungen anzuführen.
Heute
analysiert man die gesundheitlichen Beeinträchtigungen auch bezüglich
ihres Kontextes.
Psychosozialer
Stress und Mobbing erhöhen die Ausgaben der Kranken-, Arbeitslosen-
und IV-Versicherungen. Gemäss einer Studie im Auftrag von seco
(Staatssekretariat für Wirtschaft), Direktion für Arbeit, Ressort
Arbeit und Gesundheit, werden die direkten Kosten von arbeitsbedingtem
Stress in der Schweiz auf 4.2 Milliarden Franken geschätzt ( = 1,2 %
des Brutto-Inlandproduktes). Dazu kommen 1.4 Milliarden Franken für
Arztleistungen und 348 Millionen Franken für Selbstmedikation. Hinzu
kommt, dass stressbedingte Absenzen unsere Volkswirtschaft zusätzliche
2.4 Milliarden Franken kostet. Weitere Informationen dazu finden sich
unter www.seco-admin.ch).
Gesundheitsförderung
am Arbeitsplatz könnte die Kosten des Gesundheitswesens merklich
senken. Erhöhte Ausgaben der Kranken-, Arbeitslosen- und
IV-Versicherungen sowie die verminderte Leistungsfähigkeit während
der Präsenzzeit, aber auch die vielen Krankheitstage und erzwungenen
Stellenwechsel richten einen immensen volkswirtschaftlichen und
betrieblichen Schaden an.
Klassische
gesundheitliche Beeinträchtigungen von psychosozialem Stress und
Mobbing sind
-
Nervosität
-
Schlafstörungen
-
innerer
Rückzug/Isolation/Einsamkeit
-
Angststörungen/diffuse
oder generalisierte Ängste
-
Atemnot
-
Lustlosigkeit
-
Erschöpfungsgefühle/physische
Reduziertheit
-
Kreislaufprobleme
-
Schmerzen/Verspannungen/Rückenbeschwerden
-
Verdauungsprobleme/Magenschmerzen
-
Depressionen/Persönlichkeitsveränderung
-
psychosomatische
Beschwerden
-
Obsession
-
Suchtdisposition/Suchtgefahr
-
Anfälligkeit
für Krankheiten/reduziertes Abwehrsystem
-
Unfallrisiko
steigt
-
Suizidgefahr/Aggressionspotenzial
-
Klassische
Auswirkungen im Arbeitsbereich
-
Motivationsverlust
-
Angst,
etwas falsch zu machen
-
Dienst
nach Vorschrift
-
Überachtsamkeit,
Allertheit
-
Konzentrations-Probleme
-
Artikulations-Probleme
-
Stress-Symptome
-
soziale
Isolation im Team
-
Informationsfluss
behindert
-
Fehlerquote
steigt
-
Unfallrisiko
steigt
-
Arbeitsleistung
sinkt
-
Arbeitsausfälle
häufen sich
-
Arbeitsunfähigkeit
-
Kündigung
-
Karriere-Knick
-
Auswirkungen
auf das Gesundheitswesen
-
Krankheitstage
und Taggeldleistungen
-
Unfallrisiko
steigt enorm
-
Arbeitsunfähigkeit
bis zur Invalidisierung
-
schwierige
Resozialisierung in die Arbeitswelt (Angsthaltung)
-
betroffen
sind Krankenkassen, Unfall-Versicherungen und
Arbeitslosenversicherung, IV und AHV (Frührentnerinnen), u. U. am
Schluss Fürsorge-Einrichtungen
-
Auswirkungen
auf den Betrieb und die Volkswirtschaft
-
Kosten
für den Betrieb pro Mobbing-Fall ca. ein Jahres-Salär
-
Folgekosten,
wenn nach der Kündigung des Opfers das Mobbing im Team
weiterfunktioniert
-
gesamte
Arbeitsleistung im Team leidet unter ungelösten Konflikten
-
oft
treten Konflikte gegen aussen (Kunden, Lieferanten, Image, Ruf des
Betriebes...)
-
Stellenwechsel
belasten jeden Betrieb
-
Know-How
geht verloren
Exemplarische
Fallsgeschichte
Geschichte
von A
Frau A tritt eine Stelle an in einem Schweizer Mode-Unternehmen. Beim
Vorstellungsgespräch wirkt ihr künftiger Vorgesetzter, Herr Y,
gestresst. Über den Job selbst erhält A wenig Informationen. Man
stellt sie bloss kurz vor im Team und bei Frau C, ihrer Vorgängerin.
Während
der einmonatigen Einarbeitungszeit gibt Frau C ihrer Nachfolgerin nur
unwillig Auskünfte und Anweisungen. Für C ist es schwierig, das
Allernotwendigste in Erfahrung zu bringen. Frau C arbeitet nach diesem
Monat im Nachbar-Gebäude. Ihre Informantinnen sind aber noch im Team
und rapportieren Frau C regelmässig, wie sich die Neue anstellt.
Die
Stimmung im Team ist nicht allzu gut, die Informationswege sind
zeitraubend und chaotisch. Hinter vorgehaltener Hand wird auch
gemunkelt, dass gehen müsse, wen Frau C nicht möge.
A
versucht mit Diplomatie und Freundlichkeit durchzukommen. Bald merkt
sie, dass sie stets einen 10 bis 12-Stunden-Tag hinlegt. A möchte
dies ändern, aber ohne Erfolg.
Immer
wieder bittet A ihren Vorgesetzten Y um Abbau des übermässigen
Arbeitspensums. Mit der Zeit realisiert sie, dass er ihr Informationen
vorenthält oder Umstellungen vornimmt, ohne sie darüber zu
informieren. Dadurch stellt er A zwangsläufig vor dem Team bloss.
Das
Versprechen, eine zusätzliche Assistentin einzustellen, wird nicht
eingelöst. Frau Y behauptet, A sei genügend entlastet worden. Dies
trifft jedoch in keiner Weise zu. Im Gegenteil: A hat jetzt mehr
Arbeit als vorher; dazu kommen manchmal noch behindernde Anweisungen.
A hat keine Chance mehr, termingerecht gute Arbeit zu leisten.
Und
dann kommt der Weihnachtsstress. A unterlaufen kleinere Fehler, man
macht sie aber auch verantwortlich für die Fehler von andern
Mitarbeitern. Herr Y stellt A immer mehr als Schuldige dar. A sucht
das Gespräch mit ihm und bittet darum, nicht für Dinge
verantwortlich gemacht zu werden, für die sie keine Schuld trägt.
Doch das „Spiel“ geht leider weiter.
Nun
erleidet Frau A starke Migräne-Attacken. Sie hält die Belastung
nicht mehr aus. Zwischen Weihnachten und Neujahr nimmt sie Urlaub.
Nach den Ferien wird sie vor dem ganzen Team erneut blossgestellt und
angewiesen, künftig keinerlei Fehler mehr zu machen. A empfindet die
Situation als unerträglich.
A
beschliesst zu kündigen. Herr Y rächt sich erneut mit einem
miserablen Arbeitszeugnis. Dreimal muss A vorgehen und auch eine
Juristin einschalten, bis das Zeugnis ihre Leistungen endlich gerecht
wieder gibt.
Reflexion:
A hatte schon während der ersten drei Monate das diffuse Gefühl,
dass mit ihrer neuen Stelle etwas nicht stimme. Sie wollte aber die
Herausforderung annehmen. Heute würde Frau A sich anders entscheiden
und ein solches Arbeitsverhältnis schon während der Probezeit auflösen.
Lehren
aus der Geschichte von A
In der Regel merkt man sehr rasch, wenn etwas nicht stimmt. Man
bekommt ein „ungutes Gefühl“. Auf dieses Gefühl sollte man
achten.
Doch
Selbstinstruktionen schieben derartige Wahrnehmungen oft zur Seite.
Man will nicht überempfindlich reagieren, nicht aus einer Mücke
einen Elefanten machen, man lässt sich ungern von warnenden Gefühlen
irritieren.
Immer
wieder werden Personen von Mobbing betroffen, die gute Arbeit leisten
und sich sehr grosse Mühe geben. Immer wieder suchen Mobbing-Opfer
die Schuld jedoch lange nur bei sich selbst.
Allein
hat man meist kaum Chancen, sich gegen systematische Ausgrenzung
erfolgreich zu wehren. Wenn Vorgesetzte mit-mobben, dann bleibt oft
nur ein Stellenwechsel als Ausweg, um grösseren Schaden von der
eigenen Person abzuwenden.
Download
Mobbingstudie des seco 2002
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