In einem guten
Arbeitsklima hat Mobbing keine Chance. Einerseits wirken sich faire
und transparente Strukturen positiv aus, andrerseits ist aber auch das
Engagement der vorgesetzten Person und der Mitarbeitenden selber
nötig.
Jede und jeder trägt Mitverantwortung für ein gutes Arbeitsklima
und kann Wesentliches dazu beitragen.
Wenn Sie Mobbing-Handlungen oder anderen Machtmissbrauch
beobachten, dann suchen Sie als Erstes Unterstützung in Ihrem
Kollegenkreis. Reden Sie miteinander über die Vorfälle und zeigen Sie
Ihre Bereitschaft, bei konstruktiven Lösungen mitzuhelfen. So tragen
Sie bereits bei zur Entspannung des Betriebsklimas und erhöhen
zugleich die Lösungschancen des Konflikts.
Wenn sich die Situation trotzdem nicht bessert, dann wenden Sie
sich an Ihre vorgesetzte Person oder an die Leitung der
Personalabteilung.
Nehmen Sie sich selbst und die andern mit allen Stärken und
Schwächen an.
Pflegen Sie Ihre Beziehungen auf privater und beruflicher Ebene
bewusst.
Setzen Sie sich mit Ihrer Eigenart, ihren Veränderungswünschen,
aber auch Ihren Sehnsüchten auseinander.
Setzen Sie Grenzen und fordern Sie ein, dass andere sich an diese
halten und sie respektieren.
Achten Sie umgekehrt ebenso die Grenzen Ihrer Mitmenschen.
Grenzüberschreitungen, Machtmissbrauch und Mobbing belasten das
Arbeitsklima enorm.
In einem guten Arbeitsklima steigt die Leistung und die Qualität
der Arbeit und die Mitarbeiter/innen werden weniger krank. Zudem sinkt
die Unfallrate. Es lohnt sich, dafür zu sorgen, dass das Arbeitklima
gut ist.
Hierarchien und Strukturen
Wenn in einem Betrieb oder in einer Institution die Kompetenzen und
Entscheidungswege klar und für alle transparent geregelt sind, dann
schützt dies präventiv vor Grenzüberschreitungen, Machtmissbrauch und
Mobbing.
Sehr oft steht am Anfang von solchen Handlungen ein Machtvakuum,
das dann irgendwer ausfüllt, leider nicht zum Wohl der andern.
Klare Hierarchien, aber kein repressives System; klare
Entscheidungswege, aber Einbezug der Mitarbeitenden bei der
Entscheidungsfindung; Transparenz und ein konstruktives
Konfliktmanagement: Alle diese Faktoren erhöhen die Zufriedenheit am
Arbeitsplatz und fördern ein gutes Arbeitsklima.
Eindeutige und eingeforderte Spielregeln ermöglichen Fairplay. Das
ist auch im Berufsalltag so, nicht nur im Sport.


Wann und wie lässt sich Mobbing stoppen?
Eine Unterstützung des Opfers (durch Beratungspersonen) stärkt das
betroffene Individuum in erster Linie dann, wenn dessen vorgesetzte
Stelle die Bereitschaft erkennen lässt, führungsmässig und ev. auch
strukturell die nötigen Massnahmen zu ergreifen.
Vorgesetzte, die ihre Führungsaufgaben wahrnehmen, können dafür
sorgen, dass Mobbing gestoppt wird. Zeigen Mobbing-Täter/innen keine
Einsicht, sind auch Sanktionen nötig.
Allerdings soll ihnen wie auch den Opfern zuerst ein gangbarer Weg
zur Konfliktlösung angeboten werden. Der Erfolg ist dann am grössten,
wenn auf Schuldzuweisungen verzichtet wird. So lässt sich der Konflikt
am ehesten konstruktiv lösen.
Die in der Schweiz noch ziemlich neue Methode der Mediation eignet
sich besonders gut, auf dem Verhandlungsweg eine für beide Seiten
akzeptable Lösung zu finden.
Mediation
bei Mobbing
Beim
Phänomen „Mobbing“ handelt es sich um ein Konfliktgeschehen, das
sich sowohl für den Einzelnen wie auch für die Firma, Institution,
die Nachbarschaft, die Schulklasse, den Verein etc. als äusserst
destruktiv auswirkt.
Hilfe
bzw. Unterstützung im eigenen Reflektieren, Handeln und im Veränderungsprozess
ist nötig, um aus der oft unentrinnbaren Mobbing-Falle heraus zu
kommen.
Meist
ergibt sich eine lange Leidenszeit, bis Menschen realisieren, dass es
sich bei ihrem Unwohlsein nicht um „normale Spannungen und
Konflikte“, die es bekanntlich überall im Leben gibt, handeln kann.
Je
früher bei solchen Problemsituationen eine angepasste Unterstützung
von aussen kommt, umso besser kann die Spirale der Eskalation
verhindert werden. Dazu eignet sich besonders die Methode der
Mediation.
Warum
Mediation?
Mediation
(Vermittlung) bedeutet die differenzierte Vermittlung in Konflikten
durch neutrale Dritte. Ein grosser amerikanischer Vermittler, Haynes,
nennt das Ziel dieser Arbeit „managing people’s negotiations“,
also Lenkung der Verhandlungs-Bereitschaft. Durch die neue
Verhandlungsbereitschaft wird es den Parteien möglich, eigenständige
Lösungen des Konfliktes zu finden. Im Zentrum der mediativen Methode
stehen nicht Fragen nach Schuld oder Unschuld, sondern das Suchen nach
optimalen (aussergerichtlichen) Lösungen für alle Beteiligten.
Die
Vorteile der Mediation als weltweit eine der erfolgreichsten Konfliktlösungsmethoden
werden so beschrieben:
-
Beendigung der „Kriegs-Situation“ durch vernünftige Weise der
Konfliktlösung
-
Schnellere und gerechtere Lösungen (weil beide Parteien dazu Hand
bieten)
-
Billigere Methode, da nicht zwei Anwalthonorare zu bezahlen sind
-
Direkte Kommunikation (keine Hin- und Her-Post, keine Einzelcoachings)
-
Keine unnötigen Eskalationsstufen
-
Massgeschneiderte Lösungen auf die spezifische Konfliktsituation
Prävention
und Gesundheitsförderung
Gesundheitsförderung ist
darauf ausgerichtet, die Ressourcen und Kompetenzen des Einzelnen und
der Gemeinschaft zu entwicklen, indem jenes Potenzial optimal ausgeschöpft
wird, das es dem Menschen ermöglicht, mit seinen gesundheitlichen
Problemen besser fertig zu werden, sein Wohlbefinden zu steigern, ein
zufriedenstellendes Leben zu führen und sich zu entfalten. Künftige
Massnahmen zur Verbesserung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung
sollen darauf abzielen, über den Gewinn an Lebensjahren hinaus die
Lebensqualität zu verbessern.
Diese Definition ist
entnommen aus der Broschüre der Stiftung 19, Schweizerische Stiftung
für Gesundheitsförderung, Lausanne
Die Stiftung 19 untertützt
das Projekt Mobbing.